Sonnenfinsternis – Erinnerung an 1999
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24. August 2026Es gab auch schöne Zeiten, in unserer Dreiecksbeziehung. Zum Beispiel die Tage rund um die Sonnenfinsternis im August 1999, denn Sven war im Krankenhaus.
Mehrere Tage hatten wir Ruhe, denn auch wenn wir im zugetraut hätten, im Taxi nach Hause zu fahren, um vor Ort Terror zu machen, mit dem kaputten Bein wäre er ja kaum die Treppen hochgekommen. Wenn er wollte, war er erstaunlich mobil, so hatte Sandra ihn auch einmal zu mir gefahren, damit er sich an mir abarbeiten konnte.
Aber im Moment war es friedlich.
Totale Sonnenfinsternis 1999 – Himmelsereignis an einem Mittwoch
Der Tag der totalen Sonnenfinsternis 1999 war ein Mittwoch. Das Himmelsereignis sollte am Mittag seinen Höhepunkt erreichen und so waren Sandra und ich rechtzeitig im Krankenhaus, um mit Sven eine Bank im Garten zu ergattern. Damals fand es in der Mittagszeit statt, ansonsten hätten wir dort in den Bergen und mit den vielen Bäumen auch kaum was gesehen.
Dann kam der Tag der Sonnenfinsternis, bei uns sollte es um die Mittagszeit so weit sein. Sandra und ich besuchten Sven, holten ihn ab, gingen gemeinsam in den Krankenhaus-Garten und besetzten eine Bank. Natürlich zog Sven auch hier wieder seine Show ab (toller Hecht, kann zwei Frauen „glücklich“ machen). Von uns war keine wirklich glücklich.
Das Vorschieben des Mondes über die Sonne war noch unspektakulär. Ich war etwas enttäuscht, es war kaum was anderes, als wenn Bewölkung aufzog.
Beeindruckendes Schauspiel
Dann hatte der Mond es geschafft, er verdunkelte die Sonne komplett. Wir saßen auf unserer Bank im Kernschatten des Ereignisses. Das Licht war nun diffus, die Vögel verstummten und auch die Menschen um uns herum starrten gebahnt nach oben und beobachteten. Der Sonnenkranz war gut zu sehen, die dunkle Mondscheibe auch. Beeindruckend.
War das Vorschieben des Mondes über die Sonne noch recht gelassen genommen worden, das kommentiert wurde, war es nun wirklich ruhig, Menschen wie Tiere. Natürlich wusste ich, wie alle um mich herum, dass es nur wenige Minuten dauern würde, bis der Mond den Blick auf die Sonne stückweise wieder frei geben würde, aber dennoch war die Spannung zu spüren. An anderen Orten soll es sogar Applaus gegeben haben, als der Mond wieder erste Sonnenstrahlen passieren ließ, das blieb bei uns dann doch aus.
Ganz ruhig war es dann doch nicht: Sven versuchte uns den besonderen Augenblick auch kaputt zu machen. Seine Spezialität zu der Zeit war Sandra als besonders ungebildet darzustellen. So „klärte“ er sie auf, dass die Sonne wieder auftauchen würde. Sie müsse keine Angst haben. Ich setzte mich mit Blick nach oben ein Stück weg. Ich war schwer beeindruckt von dem dort oben, ich wollte mir dieses Naturschauspiel nicht zerstören lassen.
Das ganze Ereignis dauerte ca. zwei Minuten.
Amsel meckerte
Es wurde wieder heller, als Erstes meckerte eine Amsel, dann setzten die Vögel wieder ein. Wobei es war August, mittags, die meisten Vögel haben im Sommer anderes zu tun, als zu singen und zu zwitschern. Aber das eine Amsel meckerte, da erinnere ich mich dran. Und die Vögel flogen wieder, gerade Spatzen sind ja sehr unruhige Gesellen.
Durch die Menschen ging ein Raunen und das Geplapper war wieder zu hören, wurde lauter. Dort ein Lachen, da ein Sektglas.
Sven machte sich weiter lustig, Sandra war unterwürfig und ich auch nicht viel besser. Sandra und ich waren froh, als wir dann wieder im Auto saßen. Am übernächsten Tag würde unsere schöne Zeit auch zu Ende sein, die Entlassung stand an.
Früher war eine Sonnenfinsternis ein besonderes Ereignis, ein Zeichen. Im Mittelalter ein furchterregendes, göttliches Warnsignal. Für mich leider keins für einen Neuanfang.
Strömender Regen in Stuttgart
Wir hatten übrigens viel Glück mit dem Wetter. Im Jahr 1999 war die Sonnenfinsternis nicht in ganz Deutschland zu sehen. Wir waren nur ca. 50 Kilometer von Stuttgart entfernt, dort regnete es in Strömen in der Mittagszeit. Besonders ärgerlich für all die, die extra angereist waren und sich in einem Kurzurlaub eine Sonnenfinsternis anschauen wollten. Bei uns war strahlender Sonnenschein mit ein paar, kaum störenden Wolken. Dabei war damals auch viel Tamtam gemacht worden, Weltuntergangsstimmung mit Sekt sollte es geben.
Das Bild ist aus Wikipedia. Es ist die Zeichnung einer totalen Sonnenfinsternis von 1878. Zeichnugn von Trouvelot, 1881. Die Handys damals waren dann doch eher fürs Telefonieren und weniger fürs Fotografieren.

