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Thirtysomething – Planlos in der Krise

Eigentlich ist es ja eher „das Ding“ der Twentysomethings, wenn man nicht so genau weiß was aus dem Leben werden soll. Aber was, wenn man mit 35 genau an dem Punkt ist? Während meine Freunde heiraten, Kinder bekommen, Häuser kaufen und teilweise bereits die 1. Scheidung hinter sich haben, habe ich das Gefühl am gleichen Punkt wie vor 10 Jahren zu stehen. Die einzigen Unterschiede – statt in Hamburg wohne ich in Stade und aktuell bin ich in keiner Beziehung. Im Mai 2010 war das anders (hielt aber nur bis zum Sommer). Je älter ich werde, desto planloser fühle ich mich. Früher wollte ich immer Kinder – das ist sogar ein Grund weshalb ich mich damals für die Büroausbildung entschieden habe (Büro findet man immer was; ggf. in Teilzeit, bla bla bla). Aber aktuell kann ich mir keine Kinder vorstellen bzw. habe ich genug damit zu tun mich am Leben zu halten, dass ich nicht weiß wie es mit Kind wäre. Da meine Beziehungen bisher auch nicht gerade „das Wahre“ waren, weiß ich gar nicht, ob das „klassische Familienmodell“ wie ich es mir früher immer vorgestellt habe, für mich passt.

Um es zu verbildlichen – ich komme wie vor als stünde ich im nebligen Wald und ich versuche den Weg raus zu finden. Momentan weiß ich einfach nicht welchen Weg ich gehen soll oder ich welcher Stadt ich leben möchte.

Da ich – dank Corona – seit Mitte März zuhause bin, hatte mein Kopf viel Zeit und Gelegenheit um Looping zu fahren (die Gedankenachterbahn reicht da nicht mehr). Ich fühle mich derzeit einfach hilflos und überfordert mit mir und meinem Leben.

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Zwischen Selbstzweifel und Schreibblockade

Das letzte halbe Jahr war eine emotionale Achterbahn. Ich habe meinen Job nach 9 1/2 Jahren gekündigt um in der Marketingabteilung einer kleinen Firma Texte zu schreiben. Naja, den Job habe ich nach 2 Monaten wieder gekündigt und bin zurück in den alten Job aus dem ich vorher so lange raus wollte.

Im Zuge dieser ganzen Zweifel habe ich hier auch mal wieder alles auf Null gesetzt. Die Texte fühlten sich zu belanglos an und einfach nicht gut genug. Kehrseite der Medaille – ich hab zig Mal das Textfeld geöffnet und bekomme keinen Satz zustande, den ich auch veröffentlichen wollte.

  • Textentwurf aus dem April 2019

März 2020

Was hat sich geändert? Es gab einen erneuten Jobwechsel. Dieser war zwar dringend nötig, aber der Zeitpunkt war nicht freiwillig. Seit Februar ist alles neu. Neuer Job, neues Umfeld, neue Kollegen und statt einer halbstündigen Autofahrt, pendel ich nun eine Stunde mit der Bahn. Mein Leben ist an einem Bungee Seil einmal Richtung Abgrund gerast, wurde zurück geschleudert und befindet sich nun auf der anderen Seite der Klippe. Jedenfalls kann man so das Gefühl des letzten 3 Monate zusammen fassen. Komplett ganz neu ist der Job nicht. Büroarbeit ist unterm Strich immer irgendwo ähnlich. Viele der Dinge habe ich auch schon mal gemacht…ist nur sehr lange her. Etwas mehr als 10 Jahre um genau zu sein.

Was aber bleibt sind die Zweifel. Diese Stimme im Kopf, dass man nicht gut genug sei – besonders nach den letzten katastrophalen Erfahrungen. Dazu dieses Gefühl von Verlorenheit, das bisher jeden Neustart und Umbruch begleitet hat. Resultierend aus dem Verlust der Sicherheit der Komfortzone.

Dennoch bleibt die Hoffnung, dass ich irgendwann ankomme. Irgendwann keine Angst mehr habe. Irgendwann nicht mehr alles wie eine Sandburg zusammen bricht in dem Moment, wenn man den Turm baut.

To be continued…