Eine kurze Geschichte Humor und Therapie

Vor etwa 6 Jahren – nach einigen Jahren, die durchaus für das Drehbuch einer mittelmäßigen Daily Soap geeignet gewesen wären – beschloss ich mich um einen Therapieplatz zu bemühen. Problem vorweg: ich bin Kassenpatient und wollte ich Hamburg einen Therapeuten finden. Beim nächsten Mal spiele ich lieber Lotto – da sind die Chancen höher.

Aber ich habe ich geschafft immerhin einen Termin für ein Erstgespräch zu bekommen. In meiner Vorstellung sah es aus wie eine Therapiesitzung in amerikanischen Filmen oder Serien (mir fällt spontan kein deutscher Film oder eine deutsche Serie ein in der Psychotherapie thematisiert wurde). Zurück zum Thema: jedenfalls dachte ich, dass der Raum eine gemütliche Atmosphäre haben würde. Oder zumindest einen gemütlichen Sessel. Die Realität war ernüchternd und unbequem – Korbsessel. Dazu hingen an den Wänden Bilder, die es in jedem Bau- oder Einrichtungsmarkt gibt und alles in allem war es weder gemütlich noch irgendwie behaglich. Die Therapeutin war auch eher „norddeutsch“ – kühle Zurückhaltung in Person. Da ich nur eine Stunde Zeit hatte und mich auch eher deplatziert fühlte, habe ich „meine Story“ dann mir einer großen Prise Ironie und Galgenhumor zum Besten gegeben. Anders war’s in dieser komisch abstrusen Situation nicht anders machbar. Ich weiß noch nicht inwieweit ich die Geschichte(n) hier nochmal aufbereiten werde. Jedenfalls schloss die Sitzung mit dem Kommentar: „Na immerhin haben Sie noch Humor!“. Leider erklärte Sie mich daraufhin, dass sie für meine Behandlung nicht geeignet wäre und schickte mich mit einem Rezept für Antidepressiva und einer Überweisung wieder nach Hause.

Im Laufe der Jahre habe ich immer wieder Versuche gestartet einen passenden Therapeuten zu finden. Allerdings bin ich ungeduldig und habe mich bisher immer wieder von ewig langen Wartelisten abschrecken lassen. Aber solange ich meinen Humor nicht komplett abhandenkommt, kann ich mich mit meinem Kopf soweit arrangieren.